Wissenswertes

Der Unterschied bei Zeder und Fichten- Decke

Da Fichtenholz bei wechselnder relativer Luftfeuchte mehr Wasser aufnimmt/abgibt als Zeder („Canadian Red Cedar“) ist das Quellen und Schwinden des Holzes quer zur Faser (Gitarrenbreite) größer. Das führt für den Spieler in wechselndem Klima (heute Dubai, morgen Rio de Janeiro) zu starken Klangunterschieden des Instruments.

Einflüsse der Luftfeuchtigkeit

Ein Instrument ist bei der Luftfeuchtigkeit seiner Herstellung am klangvollsten. Bei sehr viel höherer Luftfeuchtigkeit (+20-30%) befindet sich das Instrument unter starker innerer Druckspannung und verliert damit vorübergehend Klangeigenschaften, nimmt aber keinen Schaden. Bei starkem unterschreiten der Herstellungsluftfeuchte entsteht Zugspannung und es können sich Risse bilden. Um diese zu vermeiden empfiehlt es sich, während der Aufbewahrung (in Etui o. Tasche) die Luftfeuchtigkeit mittels eines Hygrometers zu kontrollieren. Mit einem „Dampit“ (einem feuchtem Schwamm) der ins abgedeckte Schalloch eingelegt wird, ist eine höhere Luftfeuchtigkeit innerhalb des Instruments garantiert.

 

Wenn ein Instrument für einen längeren Zeitraum unbenutzt bleibt, ist es empfehlenswert den Koffer inkl. Instrument in einer großen geschlossenen Plastikhülle aufzubewahren. Die Temperatur darf nach der Einhüllung jedoch nicht mehr wesentlich erhöht werden (kein Dachboden).

Bund- und Oktavreinheit

Die Bundreinheit ist der mathematisch genaue Abstand von einem Bund zum nächsten. Die Oktavreinheit ist gewährleistet, wenn der Oktavton jeder Saite im zwölften Bund stimmt. Dies wird durch das Einrichten des exakten Ablösepunktes der Saiten am Steg erreicht. (Kompensation)

Steg und Sattel

Steg und Sattel sind wesentlicher Bestandteil der Gitarre, da beide als Frequenzfilter zwischen Saite und Korpus fungieren. Daher ist eine exakte Positionierung und genaue Anpassung an den Untergrund unverzichtbar. 

Nullbund oder Sattel

Ein Nullbund ist von Vorteil, weil die Klangübertragung dem gegriffenem Ton entspricht. Der Sattel bietet jedoch die Möglichkeit den Saitenabstand zum Griffbrett nachträglich zu verändern. Das ist manchmal Notwendig um den ersten Halbton (erster Bund) sauber einzurichten. Auch ist eine Veränderung des Sattels möglich um ihn an eine manchmal nötige Halsbiegung anzupassen. 

Mechaniken

Die Mechaniken sollen dem Spieler eine möglichst hohe Präzision beim Stimmen ermöglichen. Genauso wichtig ist ein spannungsfreier Einbau der Mechanik, der den Saitenzug aller Beinwellen kraftschlüssig auf das Holz überträgt. (Dämpfung wird somit vermindert.) Ein optimierter Einbau ist auch schon bei Mechaniken aus dem mittleren Preissegment möglich.

Eigenresonanz

Die im Korpus auftretende Hohlraumresonanz ist abhängig von dem Volumen, den Materialdicken & -Festigkeiten des Korpus, sowie der Schallochgröße & -Lage. Sie liegt bei klassischen Gitarren zwischen E und A. Die optimale Eigenresonanz liegt bei Fis.

Lack

Shelllack als Naturprodukt ist ein Dispersionslack mit Alkohol als Lösungsmittel. Da dieses Harz nur dünn aufgetragen wird, führt seine Verwendung kaum zu Festigkeits- & Klangveränderungen. Es bietet einen Schutz vor Verschmutzung und bildet eine blanke Oberfläche zur besseren Abstrahlung von hohen Frequenzen. Mit verschiedenen Zusatzharzen kann Schellack etwas weicher oder resistenter veredelt werden. Der Lack wird im Handpolierverfahren mit 10-15 Schichten auf Hochglanz gebracht. 

CITES Vorschriften 

(Convention International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora)

Seit 1992 ist das von Gitarrenbauern geliebte Rio Palisander nur noch mit CITES Zertifikat legitimiert. Alle von mir ab 1992 erstellten Instrumente mit verwendetem Rio-Palisander erhalten ein solches CITES Zertifikat mit Fotos und Materialbeschreibung. Eine Grenzüberschreitung ins ausser europäische Ausland ist damit möglich.

Alle anderen Palisander-Holzarten benötigen seit 2017 eine Bescheinigung darüber, dass das verwendete Palisander eine Vorerwerbsware (vor 2017) oder ein Plantagenerzeugnis ist.

Verwendete Holzarten

 

Decken: Fichte „Picea“ (min 10 Jahre gelagert), Zeder „Canadian Red Cedar“ (min 5 Jahre gelagert), Doubletop aus oben genanter Fichte o. Zeder mit Balsaholz im Verbund verleimt.

 

Böden und Zagen: Rio-Palisander, Ostindisch-Palisander, Amazonas-Palisander, Madagaskar-Palisander, Ziricote, Palo Escrito, Satin-Holz (Zitronenholz), Eibe, Ahorn

 

Hälse: Zedro „Cedrela Odorata“, Mahagoni

 

Selbstverständlich ist Rio-Palisander aufgrund seiner Struktur, seines Elastizitätsmoduls und dem Verhältnis Gewicht und Festigkeit das favorisierte Holz für den Instrumentenkorpus. Seit 2017 wird es bei mir nur für die Hochpreisigen Instrumente verwendet. Als Erstatzhölzer verwende ich Amazonas-Palisander und Satin-Holz. 

 

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© Michael Wichmann